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Schwangerschaft: Anstrengend & wunderschön!

Januar 24, 2020

Nachdem ihr jetzt schon wisst wie wir schwanger geworden sind, möchte ich heute mit euch teilen wie es uns in der Schwangerschaft gegangen ist.

(c) Sabine Wieser Fotografie

Wir waren natürlich überglücklich, aber auch ein wenig vorsichtig. Bis zur 12. Woche ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Schwangerschaft ein ungewolltes Ende nimmt noch recht hoch. Trotzdem haben wir ab ca. der 8. Woche kein Geheimnis daraus gemacht – auch weil ich von Anfang an mit sehr starker Übelkeit zu kämpfen hatte. Das war nicht immer zu verbergen …

Die Übelkeit war auch nicht auf das erste Trimester begrenzt. Bis zur 30. SSW musste ich mich – oft mehrmals täglich – übergeben.

Diese Form der ausgeprägten und lange andauernden Übelkeit in der Schwangerschaft nennt man Hyperemesis gravidarum, und kommt bei 0,5 – 1% aller Schwangeren vor. Durch Herzogin Kate, die ebenfalls daran gelitten hat, ist die Erkrankung in den Medien recht bekannt geworden. Weil das ein Thema war das uns leider fast durch die gesamte Schwangerschaft begleitet hat wird es dazu noch einen eigenen Artikel mit Tipps geben, die mir am besten geholfen haben!

Blutungen in der Schwangerschaft

Zu Beginn der 23. SSW bemerkte ich morgens eine hellrote Blutung und hatte ein leichtes Ziehen im Bauch. Blutungen in der Schwangerschaft können vielfältige Ursachen haben. In der Frühschwangerschaft (bis zur 20. Woche) kommen Blutungen recht häufig vor und stellen meist keine Gefahr für Mutter und Kind dar. Oft handelt es sich um eine Einnistungsblutung oder eine Reaktion auf die hormonelle Umstellung. Es kann aber auch ein ernsthaftes Problem wie eine Eileiterschwangerschaft oder eine Fehlgeburt zu Grunde liegen!
Später in der Schwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Blutung ein Symptom größerer Komplikationen ist. Probleme mit der Plazenta (vorzeitige Ablösung oder ungünstige Lage) oder eine sich ankündigende Frühgeburt sind zu diesem Zeitpunkt in der Schwangerschaft eine häufige Ursache für Blutungen.


Eine Blutung in der Schwangerschaft, egal zu welchem Zeitpunkt, sollte man immer ernst nehmen und durch den Gynäkologen oder direkt im Krankenhaus begutachten lassen!

Auch wir sind natürlich sofort ins Krankenhaus gefahren. Für einige Tage wurde ich stationär aufgenommen, bekam Bettruhe verordnet und Wehenhemmer verabreicht. Um kein Risiko einzugehen war ich ab da dann auch zu Hause und nicht mehr in der Arbeit – erst einige Wochen im Krankenstand und anschließend im vorzeitigen Mutterschutz.
Ich konnte die Zeit dann auch wirklich gut nutzen, und habe nicht viel mehr getan als mich auf die Geburt vorzubereiten. Mein Beitrag auf der Baustelle hat sich speziell gegen Ende des Sommers vor allem auf 2 Aufgaben beschränkt: vormittags zu fragen wer welche Pizza mag und abends eine Runde mit der Kamera zwecks Dokumentation zu drehen.

Übungswehen

Ab der 30. SSW wurde mein Bauch regelmäßig sehr hart, teilweise für die Dauer von einer Stunde oder länger. Das Nachmittagsschläfchen war zu dem Zeitpunkt ohnehin schon fixer Tagesbestandteil, und mit viel Ruhe ließ sich der harte Bauch anfangs auch wieder entspannen. Ab der 34. Woche half aber auch Ruhe nichts mehr. Im Geburtsvorbereitungskurs habe ich dann an einem Tag an dem es besonders schlimm war die Hebamme darauf angesprochen. Es wurde ein CTG geschrieben und der Gebärmutterhals per Ultraschall untersucht – glücklicherweise waren es offenbar aber nur sehr ausgeprägte Übungswehen, die noch keinen Einfluss auf den Gebärmutterhals hatten. Schmerzhaft waren diese Wehen nicht, nur anstrengend und etwas unangenehm.

Rückenschmerzen & Sodbrennen

Ab der 35. oder 36. SSW hatte ich auch mit den typischen Beschwerden des letzten Trimesters zu kämpfen: Sodbrennen und Rückenschmerzen. Wegen ersterem konnte ich nur mehr im Sitzen schlafen, was natürlich nicht unbedingt hilfreich für letzteres war.

Sehr hilfreich gegen Rückenschmerzen war der das Yoga für Schwangere, das ich bis ganz zu Ende der Schwangerschaft im Pro Mami besucht habe. Auch wenn die Rückenschmerzen zwischendurch einmal zu heftig wurden, habe ich ein paar modifizierte Sonnengrüße geturnt, was sofort für Erleichterung gesorgt hat. Sehr zur Belustigung von Jan passierte das auch durchaus ein paarmal mitten in der Nacht!

Apropos Nacht: Zum schlafen sehr angenehm fand ich ein großes Stillkissen. Ab der 36. SSW soll man ja wegen des sogenannten Vena-cava-Syndroms nicht mehr am Rücken liegen, und speziell da hat das Kissen wirklich gut getan. Mittlerweile hat es übrigens Jan in Beschlag genommen.

Gegen das Sodbrennen habe ich nichts wirklich für mich hilfreiches gefunden. Nach dem Essen musste ich ca. 1h warten bis ich mich hinlegen konnte, dann war es meistens erträglich. Einige Nächte habe ich aber trotzdem sitzend in unserem Stillsessel verbracht, weils gar nicht anders ging.

Wenn man sich aber vor Augen hält wie sich der weibliche Körper während der Schwangerschaft so verändert, ist es auch kein Wunder dass man das ein oder andere Wehwehchen verspürt. Rechts seht ihr eine sehr anschauliche Animation die zeigt was mit den Organen der Frau so alles passiert, während das Baby immer größer wird (wenn ihr auf den Link in der Bildunterschrift klickt, könnt ihr den Regler selbst bewegen).

Obwohl es wegen der anhaltenden Übelkeit und dem vielen Erbrechen oft wirklich mühsam war, und ich mir nicht nur einmal gewünscht habe für 1h “Pause” drücken zu können, habe ich es insgesamt sehr genossen schwanger zu sein. Zu fühlen wie unser Baby in meinem Bauch heranwächst, mit ihr zu reden, sie strampeln zu spüren – diese kleine Persönlichkeit schon so lange vor der Geburt ein bisschen kennenzulernen war wunderschön. Ich bin fest überzeugt dass es auch die Geburt einfacher macht, dass schon vorher diese fast unbeschreiblich innige Beziehung zu dem kleinen Wesen besteht das man dann endlich willkommen heißen darf.

Mein Buchtipp für werdende Eltern: Nora Imlau und die Hebamme Sabine Pfützner begleiten mit ihrem Buch “Babybauchzeit” liebevoll, mit Hausverstand und auf dem aktuellen Stand von Medizin, Wissenschaft und Forschung durch die einzelnen Phasen der Schwangerschaft.

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