Familie Schwangerschaft & Geburt

Geburtsvorbereitung

Februar 21, 2020

Am Ende einer Schwangerschaft steht wohl oder übel die Geburt. In meiner Schwangerschaft bin ich diesbezüglich mehrere Phasen durchlaufen: Bis etwa zur 25. Woche war das Thema noch recht weit weg, aber nicht wirklich furchteinflößend. Mit dem Beginn des 3. Trimesters rückte “die Geburt” dann etwas mehr in den Vordergrund – und ich schob erstmal jeden Gedanken daran von mir weg. Die Vorstellung daran machte mir nun doch etwas Angst, und mich damit nicht auseinanderzusetzen half dabei erstmal. Nachdem das natürlich keine nachhaltige Strategie ist, habe ich mich ab etwa der 30. Woche doch dazu aufgerafft, das Thema “Geburtsvorbereitung” anzugehen. Wenige Tage bevor es dann tatsächlich soweit war, war die Angst auch plötzlich weg und ich hatte nur mehr den Wunsch endlich unsere Tochter kennenzulernen.

Yoga zur Geburtsvorbereitung

Wegen der anhaltenden Schwangerschaftsübelkeit war nicht allzuviel Sport möglich, aber ab etwa der 15. SSW habe ich einen Yogakurs für Schwangere besucht. Anfangs war der Kurs eine angenehme Entspannung, später in der Schwangerschaft aber ein echtes Highlight um die Beschwerden wie Rückenschmerzen und geschwollene Beine in Schach zu halten. Den Körper beweglich zu halten und tiefe ruhige Atmung in allen Lebenslagen zu üben ist eine hervorragende Vorbereitung auf die Geburt. Ich konnte bis zum Ende der Schwangerschaft mitmachen (letzter Kursbesuch war 5 Tage vor der Geburt), und kann das nur jeder Schwangeren empfehlen!

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Geburtsvorbereitungskurs im Krankenhaus

Passend zu der Phase “ich muss mich jetzt endlich mit der Geburt auseinandersetzen”, zu der ich mich etwa ab der 30. Woche aufraffen konnte, startete in der 32. Woche der Geburtsvorbereitungskurs im Krankenhaus.

Ich habe es sehr hilfreich gefunden, den Kurs zur Geburtsvorbereitung in dem Krankenhaus zu besuchen, in dem wir die Entbindung planten. Man erfährt viel über die Gepflogenheiten des jeweiligen Hauses, was zumindest mir viele Ängste genommen hat.

Von der Hebamme, die den Geburtsvorbereitungskurs geleitet hat bekamen wir auch viele Tipps für Zuhause, unter anderem den obligatorische Himbeerblättertee, Sitzdampfbäder mit Heublumen und Kümmel, Datteln im Frühstücksmüsli und Dammmassagen.

Zum Thema Dammmassage: Beim ersten Versuch habe ich die Massage als sehr schmerzhaft empfunden (was mir natürlich auch gleich mal wieder ordentlich Angst gemacht hat). Sehr großen Einfluss hatte zumindest für mich aber einerseits die Position in der ich die Massage durchführte (sitzend z.B. im Bett ging wesentlich besser als stehend mit einem Bein auf der Klobrille), andererseits wie entspannt ich dabei war. Ob die Massagen wirklich das Gewebe elastischer machen ist nach wie vor nicht nachgewiesen – man lernst aber in jedem Fall, bei Druck nicht anzuspannen sondern loszulassen. Und das ist jedenfalls hilfreich für die Geburt!

HypnoBirthing

Neben dem im Geburtsvorbereitungskurs im Krankenhaus gelernten habe ich auch viel gelesen, Hörbücher und Podcasts gehört.

Mein Buchtipp: Marie F. Mongan vermittelt in ihrem Buch “HypnoBirthing” ganz deutlich, dass wir Frauen im der Geburtssituation wissen was zu tun ist. Die verschiedenen Atem- und Entspannungstechniken habe ich sehr hilfreich gefunden!

Etwas zwiegespalten sehe ich die sehr negative Darstellung des Ablaufs von Geburten im Krankenhaus. Hier ist das Buch möglicherweise bereits etwas veraltet, oder im amerikanischen Raum läuft tatsächlich einiges ganz anders als ich es bei uns erlebt habe.

Rund um das Thema HypnoBirthing bzw. natürlicher Geburtsvorbereitung gibt es im Internet sehr viele Angebote. Sehr gut gefallen hat mir “Die friedliche Geburt“. Vom diesem Podcast habe ich in den letzten Wochen der Schwangerschaft sehr viele Folgen gehört (den Online-Kurs habe ich nicht gebucht und ausprobiert). An “die friedliche Geburt” mag ich sehr, dass die Mentaltrainerin Kristin Graf hier keine Ängste vor den Abläufen im Krankenhaus schürt. Stattdessen gibt sie der werdenden Mutter Hilfsmittel und Strategien mit, die bei der Bewältigung von ganz unterschiedlichen Geburtsverläufen helfen können.

HypnoBirthing nutzt sehr viele Entspannungsmeditationen, die auch auf der dem Buch beiliegenden CD enthalten sind. Ich persönlich habe die Stimme aber gar nicht gemocht. Viel angenehmer finde ich hier die Aufnahmen von Nina Winner.

Geburtsvorbereitung: Meinungen vs. Wissen

Ich bin generell ein Kopfmensch, der viele Dinge belegt haben muss um sie zu glauben. Auch meine Ausbildung – ich habe Physik studiert – hat das nochmal bestärkt. In der Vorbereitung auf die Geburt ist für mich, vor allem in verschiedenen Internet-Foren und Online-Programmen oder Podcasts (nicht den oben genannten), dann oft der Eindruck entstanden, viel Meinung aber wenig nachweisbares Wissen präsentiert zu bekommen.

Eine angenehme Abwechslung war hier die Amerikanerin Dr. Rebecca Dekker, die mit ihrem (englischsprachigen) Programm Evidence Based Birth tolle, wissenschaftlich fundierte Aufklärungsarbeit leistet. Auf ihrem Youtube-Kanal ist sehr viel Information frei zugänglich.

Besonders die Video-Serie zum Thema “Pain Management” war für mich sehr hilfreich. Anders als in manchen Geburtsvorbereitungsprogrammen wird hier nicht das Ideal der schmerzfreien Geburt kommuniziert. Dr. Dekker schafft es aber zu vermitteln, dass eine Geburt zwar schmerzhaft sein kann, die Natur uns aber die nötigen Hilfsmittel mitgegeben hat um diesen Schmerz zu ertragen. Und dass es völlig in Ordnung ist, auf medizinische Hilfe z.B. in Form einer PDA zurückzugreifen, falls es doch zuviel sein sollte.

Geburtswunschliste

Das Erstellen eines Geburtsplans oder einer Wunschliste für die Geburt wird sehr häufig empfohlen. Auch wir haben das gemacht, und würden es auch jederzeit wieder tun. Dazu aber ein anderes Mal mehr!

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Babybauchfotos: Sabine Wieser

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